13/01/2021

#8 – Gerhard Walter – Wir können dem Leben vertrauen

Gerhard Walter ist ein hochrangiger deutscher Aikido- und Zen-Lehrermeister und trägt den 8. Dan. Er lebt und unterrichtet in Berlin.

Darüber hinaus leitet er das Zen-Projekt, eine berufsbegleitende Zusatzausbildung für Therapeutinnen und Therapeuten, die vor über 20 Jahren von ihm entwickelt wurde. Das Zen-Projekt vermittelt den Synergie-Effekt zwischen westlichem und östlichem Verständnis, zwischen westlicher und östlicher Methodik therapeutischen Arbeitens.

Gerhard Walter verbindet explizit Aikido und Zen, um den dynamischen und den meditativen Aspekt des Lebens zur Geltung zu bringen. Er geht dabei von einem ganzheitlichen Ansatz aus, der Dualismen als Abstraktionen auffasst, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Daher soll die Vorstellung, dass Geist und Körper getrennt wären und wieder vereinigt werden müssten, fallen gelassen werden, weil sie über die ursprüngliche und unverlierbare Einheit von Sein und Wahrnehmung täusche.

Das Leben selbst ist der Sinn des Lebens

Erfahren ist nicht in Sprache zu fassen. Viele Menschen sind nicht mehr im unmittelbaren Erfahren zuhause, daraus erwächst die Irritation des bewussten Seins. Es geht also im Leben darum unsere Entfremdung vom Wirklichen hinter uns zu lassen, um wieder ganz im Leben selbst anzukommen.

Ein Weg dorthin ist seiner Erkenntnis nach absolute Entschlossenheit und Hingabe, um dem Vergeistigten die Aufmerksamkeit zu entziehen und vollkommen im Augenblick aufzugehen. So können wir uns von der Sprache emanzipieren. Das lässt Kraft und Gegenwärtigkeit entstehen.

Wenn wir also ganz im Moment sind realisieren wir das was Leben ist: Leben!

Webseite Aikido-Zen Berlin

Webseite Zen-Projekt für Therapeuten

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Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken – † 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher klassischer Philologe. Erst nach seinem Tod wurde Nietzsche als Philosoph weltberühmt. Dies ist vor allem seinen zahlreichen, philosophischen Schriften zu verdanken. Er war Vertreter des Nihilismus und prägte den Begriff des Übermenschen. Nietzsches Philosophie basiert auf keinem klassischen philosophischen System an sich.

Sein Werk ist stark von Einflüssen Schopenhauers und dessen Willensmetaphysik geprägt. Er verstand Philosophie nicht als Wissenschaft, sondern als Kunst. Sie bringe keine Wahrheiten hervor, sondern lediglich die subjektive, persönliche Meinung des jeweiligen Denkers. Objektive Wahrheit und Werte seien nicht möglich und erfolgten immer nur aus der Perspektive des jeweiligen Menschen, beruhen also auf der eigenen Meinung.

Unter dem berühmten, Rilke entlehnten Appell „Du musst dein Leben ändern“ gelingt Sloterdijk die erste ernstzunehmende philosophische Auseinandersetzung mit der beginnenden globalen Krise und der Herausforderung, die sie an den Menschen – und man muss wohl bei allem Argwohn gegen den Großbegriff sagen: an die Menschheit – stellt. Dass man diesem Buch anmerkt, dass sein Autor mitten im Schreiben, wahrscheinlich fast in der Zielgeraden, Strategie und Stoßrichtung geändert hat, ist kein Nachteil, im Gegenteil. Seine verblüffende Geistesgegenwart und Zeitgenossenschaft hat damit zu tun, dass Sloterdijk mit dem Appell, den er dem Leser nahe bringt, selbst ernst macht. Wer soll die globale Krise deuten, mag er sich gefragt haben, wenn nicht einer, der behaupten darf, mit seiner „Sphären“-Trilogie am tiefsten über das Phänomen der Globalisierung nachgedacht zu haben.

Peter Sloterdijk (*26. Juni 1947 in Karlsruhe) ist ein deutscher Philosoph, Kulturwissenschaftler und Publizist, der mit seinen Beiträgen und Büchern in Deutschland zahlreiche Debatten ausgelöst hat. Er lehrte bis 2017 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Philosophie und Ästhetik.

„Du musst dein Leben ändern!“ In diesem Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen.

Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefasst: „Du musst dein Leben ändern.“ In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden …

Karlfried Graf Dürckheim (* 24. Oktober 1896 in München – † 28. Dezember 1988 in Todtmoos) hatte in München und Kiel Psychologie und Philosophie studiert, in Kiel promoviert (1923 „Erlebnisformen – Ansätze zu einer analytischen Situationspsychologie“) und in Leipzig habilitiert (1929/30 „Erlebniswirklichkeit und ihr Verständnis“).

1938 ging Graf Dürckheim (mit Unterbrechungen) für knapp 10 Jahre nach Japan und begegnete dort dem Zen- Buddhismus und seinen Übungswegen. Parallel dazu vertiefte er sich in der christlichen Mystik Meister Eckharts. Zurückgekehrt nach Deutschland entwickelte sich eine ausgedehnte Vortrags- und Seminartätigkeit in In- und Ausland.

Dürckheim gilt als einer der ersten, die nach dem 2. Weltkrieg „Zen“ aus Japan nach Deutschland gebracht haben und als wichtiger Vertreter der Zen-Meditation. Er leistete mit seinem Werk einen entscheidenden Beitrag zum Brückenschlag zwischen westlicher und östlicher Anthropologie und Psychologie.

Jacques Lacan, (*13. April 1901 in Paris – † 09. September 1981 in Paris) begann als Psychiater und wandte sich bald der Psychoanalyse zu. Gleichzeitig setzte er sich mit der Philosophie auseinander – vornehmlich mit Spinoza und Hegel, später mit Husserl und Heidegger. Befreundet war er vor allem mit Künstlern wie Salvador Dali, Michel Leiris oder Georges Bataille und mit den Philosophen Jean-Paul Sartre und Maurice Merleau-Ponty.

Die inzwischen berühmten Grundsätze seiner Theorie lauten: „Das Unbewußte hat die radikale Struktur einer Sprache”, und: „Das Unbewußte ist die Rede des Anderen”. Während das Unbewußte eine metaphorisch-metonymische Struktur aufweist und sich im Gespräch mit dem Anderen enthüllt, stehen Sprache und Subjekt in einer unbedingten Beziehung zu einander: das eine läßt sich ohne das anderenicht denken. Dabei ist es die Begierde nach Anerkennung, die das Wesen des Menschen bestimmt und ihn in die Sprache einbettet, die zentrale Figur des Lacanschen Denkens.

Der innerhalb der Psychoanalyse umstrittene Theoretiker hat unter anderem auf den Poststrukturalismus prägenden Einfluss ausgeübt.