16/08/2021

#16 – Axel Zeman – Bewusstsein kann ich nicht erdenken, ich kann es nur erfahren!

Axel Zeman ist Zen-Lehrer und Leiter einer Zen-Kampfkunst-Schule in Garmisch-Partenkirchen. Er wurde in Zen-Tempeln und Zen-Klöstern in Südkorea und Japan ausgebildet. Inzwischen praktiziert er seit über 40 Jahren Zen.

Sein Anliegen ist, durch Zen-Meditation Zufriedenheit, Gelassenheit und letztendlich mehr Lebensfreude und Glück erfahren zu können. Er begann diesen Weg zu gehen, als sein Leben als junger Mann alles andere als einfach war.

Jeder spirituelle Weg der nicht im Alltag endet ist ein Irrweg.

Er bezieht sich in unserem Gespräch immer wieder sehr eindrücklich auf die Geschichte eines anderen jungen Mannes, der auszog um das echte Leben und sich selbst kennen zu lernen. Dieser Mann war Siddhartha Gautama Shakiamuni, der als Buddha der Erwachte in die spirituellen Geschichtsbücher einging.

Es braucht Mut sein gewohntes Umfeld einmal radikal zu verlassen, sich dem Leid der Welt zu stellen, um damit still zu werden und erkennen zu können, dass es ein Bewusstsein hinter unserem Denken gibt.

Nichts extremes ist von langer Dauer – finde den mittleren Weg.

Axel spricht über Methoden wie wir diesen Beobachter in uns entdecken, aktivieren und damit aus der Identifikation mit unserer selbst kreierten Realität aussteigen können. Denn Männlichkeit heißt für ihn voll und ganz die Verantwortung für sein Leben zu sich zu nehmen.

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Webseite Axel Zeman – SunMuDo Kampfkunstschule

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Zen ist eine Form des Buddhismus. Entstanden vor etwa 1.500 Jahren innerhalb des Buddhismus, fand Zen über Indien, China und Japan im 20. Jahrhundert den Weg in den Westen. Zen besteht nicht aus Dogmen und Vorschriften, sondern eher aus Anleitungen zum Umgang mit dem eigenen Leben. Die absichtslose, wertfreie, aufmerksame Selbstbeobachtung ist dabei besonders wichtig.

Zen-Schüler versuchen, mit Hilfe von Meditation und bei den alltäglichen Tätigkeiten frei zu werden von der Bezogenheit auf das eigene Ich. Sie üben sich darin, alles, was sie tun und erleben, im Moment des Tuns ohne Bewertung anzuschauen und wahrzunehmen. Sie lernen, sich selbst, ihre Ziele und Wünsche loszulassen.

Ein wichtiges Element des Zen ist Zazen, die tägliche Meditation in einer bestimmten Sitzhaltung. Zen-Praktizierende nennen es auch “einfach nur sitzen”. Die Aufmerksamkeit gilt dem langen und tiefen Ausatmen, bis das Einatmen von selbst wieder einsetzt. Der Meditierende atmet durch die Nase. Er konzentriert sich nur darauf, voll und ganz zu sitzen. Er nutzt weder bildliche Vorstellungen noch Töne noch ein Mantra oder andere Hilfen für die Aufmerksamkeit. Wenn Gedanken auftauchen, lässt er sie vorbeiziehen “wie die Wolken am Himmel” oder “wie ein Blatt auf einem Fluss”, ohne ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

Dōgen Zenji (* 26. Januar 1200 in Uji – † Spätsommer 1253 in Kyoto) auch Kigen oder nach dem von ihm gegründeten Tempel Eihei, war ein Lehrer des japanischen Zen-Buddhismus und einflussreicher Abt. Er übertrug die Chan-Schule mit der rituell und kollektiv geübten Sitzmeditation Zazen aus China nach Japan. Da er die Anerkennung als Meister von einem Patriarchen der Caodong-Richtung erhielt, gilt er als der erste japanische Patriarch des sog. Sōtō-Zen, doch betrachtete er sich nicht als Gründer einer neuen „Sōtō-Sekte“, sondern als Erneuerer der ursprünglichen, authentischen Buddha-Lehre, die er auf einer Chinareise entdeckt zu haben meinte.

Siddharta Gautama ist der Begründer des Buddhismus. Laut Überlieferung gelangte er im Alter von rund 35 Jahren in einer Meditation unter einem Feigenbaum zur Erkenntnis aller Dinge. Als Erleuchteter gilt er als der erste Buddha.

Siddharta wurde vor rund 2500 Jahren in Lumbini bei Kapilavastu geboren. Dieser Ort liegt an der heutigen Grenze zwischen Indien und Nepal. Seine Eltern waren reiche Hindus und lebten in einem großen Schloss. Die Mutter starb schon kurz nach der Geburt. Siddharta wuchs bei seinem Vater auf und verbrachte seine Kindheit mit allem Luxus, den man sich vorstellen kann. Mit 16 Jahren wurde Siddhartha mit seiner Cousine Yashodhara verheiratet.

Als Jugendlicher durfte sich Siddharta nur im Palast aufhalten. Er wollte jedoch auch das Leben außerhalb kennenlernen. Und so unternahm er heimlich vier Ausflüge. Dabei lernte er zum ersten Mal in seinem Leben Not kennen. Später beobachtete er, dass alle Menschen auf der Welt leiden. Manche, weil sie krank, arm oder einsam sind, andere, weil sie ein schlimmes Schicksal verkraften müssen. Er sah aber auch gesunde, reiche und vom Schicksal verwöhnte Menschen, die von Unzufriedenheit oder sogar Neid, Gier oder Hass geplagt waren.

Mit 29 Jahren wurde Siddharta Vater. Doch kurz nach der Geburt seines kleinen Sohnes Rahula verließ Siddharta den Palast und änderte sein Leben. Nach langer Suche nach Frieden und Erkenntnis versank er tief in seinen Gedanken. In dieser Meditation fand er nach buddhistischem Glauben einen Weg, sich von allem Leid zu befreien. Laut Überlieferung führte er ein bescheidenes Leben, bescherte seinen Mitmenschen nur Freude und Gutes und betrachtete alle Menschen und Dinge, ohne sie in irgendeiner Form zu bewerten. Das führte ihn zur wahren Erkenntnis aller Dinge. Damit war er der erste Buddha.

Siddharta Gautama und seine Anhänger erzählten den Menschen davon, wie sie sich von allem Leid befreien und in Frieden leben konnten. Dabei half auch sein Sohn Rahula. Das war vor rund 2500 Jahren. Inzwischen ist der Buddhistische Glaube weit verbreitet.

Mit 80 Jahren starb Siddharta in Kushinagara an einer Lebensmittelvergiftung. Buddhisten glauben, dass es ihm gelang, nach dem seinem Tod aus dem Kreislauf der Wiedergeburten auszutreten und ins Nirvana zu gelangen.

Hans-Peter Dürr (* 7. Oktober 1929 in Stuttgart; † 18. Mai 2014 in München) war ein deutscher Physiker und Essayist. Dreimal war er im Direktorium des Max-Planck Instituts für Physik. Er ist Gründer und Vorstand von Global Challenges Network. GCN hat zum Ziel, durch Vernetzung von allen gesellschaftlichen Kräften, für die Befriedung auf dem Planeten vorausschauend Weichenstellungen vorzunehmen. Dürr, Mitglied des Club of Rome, ist Träger des großen Bundesverdienstkreuzes. Er erhielt 1987 den Alternativen Nobelpreis und mit der wissenschafts- und forschungskritischen internationalen Gruppe Pugwash, der er angehört, im Jahr 1995 den Friedensnobelpreis. Er ist Autor mehrerer Bücher.