29/10/2020

Episode 5 – Heini Staudinger

Heini Staudinger ist ein eigen­williger Denker und Macher, ein Mensch mit Feuer, Mut und leidenschaftlicher Überzeugung. Er ist Inhaber der Waldviertler Schuhmanufaktur Gea, die er mit viel Verstand und noch mehr Herz leitet.

Drüber hinaus hinterfragt er die globalen Finanz- und Wirtschaftssysteme kritisch und steht an vorderster Front, wenn es darum geht sich für mehr Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen. Dieser Mann ist so vielschichtig wie das Leben selbst. Seine Orientierungseinheit ist das Gelingen des größeren Ganzen und dem zu dienen ist sein Sinn, wie er selbst sagt.

Orientiere Dich an der Liebe!

In dem folgenden Interview sprechen wir über die Angst, denn nichts hindert uns im Leben mehr als die Angst, die im Moment allgegenwärtig zu sein scheint. Er nennt Wege wie wir Menschen in einer zuträglicheren Weise mit ihr umgehen können, sodass sie nicht zum bestimmenden Faktor in unserem Leben wird.

Heini Staudinger spricht aber auch über die Stille als Möglichkeit mit unserem tiefsten Sinn und dem Geheimnis des Lebens in Berührung kommen zu können. Er spricht über die Verantwortung für mehr Gerechtigkeit einzustehen, was manchmal Beharrlichkeit braucht, aber höchst beglückend ist.

In eindrücklich und humorvoll erzählten Geschichten aus seinem abwechslungsreichen Leben, beschreibt Heini Staudinger immer wieder, das es nichts wichtigeres im Leben gibt als das Leben selbst.

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„Du sollst wissen, daß sich noch niemals ein Mensch in diesem Leben in die Tiefe hinein selbst so gelassen hat, daß er nicht noch mehr für sich zu lassen fände. Wer arm an allen Dingen geworden ist, der empfängt alle Dinge. Der Mensch lasse zuerst sich selbst, dann hat er alles gelassen.“

Meister Eckhart

„Folge Deinem Herzen, auch wenn es Dich vom Pfad ängstlicher Seelen wegführt. Verhärte nicht, auch wenn Dich das Leben einmal quält. Denn es gilt nichts außer dieses: Das Leben zu lieben.“

Wilhelm Reich

„Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen, der in das Leben aus der Zelle sieht und der, den Menschen ferner als den Dingen, nicht wagt zu wägen, was geschieht. Doch willst du mich vor deinem Angesicht, aus dem sich dunkel deine Augen heben, dann halte es für meine Hoffahrt nicht, wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben. Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke, Alltage, Ängste, viele kleine Glücke, verkleidet schon als Kinder, eingemummt, als Masken mündig, als Gesicht – verstummt.

Ich denke oft: Schatzhäuser müssen sein, wo alle diese vielen Leben liegen wie Panzer oder Sänften oder Wiegen, in welche nie ein Wirklicher gestiegen, und wie Gewänder, welche ganz allein nicht stehen können und sich sinkend schmiegen an starke Wände aus gewölbtem Stein. Und wenn ich abends immer weiterginge aus meinem Garten, drin ich müde bin, – ich weiß: dann führen alle Wege hin zum Arsenal der ungelebten Dinge.

Dort ist kein Baum, als legte sich das Land, und wie um ein Gefängnis hängt die Wand ganz fensterlos in siebenfachem Ringe. Und ihre Tore mit den Eisenspangen, die denen wehren, welche hinverlangen, und ihre Gitter sind von Menschenhand.“

Rainer Maria Rilke, 19.9.1901, Westerwede

„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“

Martin Luther